
Teamsitzung

Wozu?
Wer kümmert sich um die
Eltern, wenn die kleine Tochter im Badesee
ertrunken ist ? Wer hat während des Einsatzes
auf der Autobahn Zeit, sich um den kleinen Jungen
zu kümmern, der weinend mit seinem Teddy im Arm
am Straßenrand steht und darauf warten muss,
dass das Autowrack mit seinen Eltern geborgen
wird ? Wer steht dem LKW-Fahrer bei, der eine
Fahrradfahrerin überfahren hat und jetzt völlig
apathisch im Polizeiwagen sitzt ? Wer bleibt bei
dem fassungslosen 72-jährigen Mann, dessen Frau
nicht reanimiert werden konnte, wenn das
´Rettungsteam´ abrücken muss? Wer überbringt
mit der Polizei eine Todesnachricht und bleibt
dann auch vor Ort? Für all diese Fälle und
viele mehr wurde in Cloppenburg wie in vielen
anderen Gegenden die Notfallseelsorge ins Leben
gerufen.
Neben den Einsätzen mit
wenigen Beteiligten gibt es auch im Landkreis
Cloppenburg immer wieder Großeinsätze. Außer
zahlreichen Rettungskräften sind dort auch schon
mal bis zu 10 Mitarbeiter der Notfallseelsorge /
Krisenintervention dabei. So, als ein Autofahrer
in mehrere Gruppen feiernder Jugendlicher hinein
fuhr. 14 Personen wurden dabei erheblich
verletzt, hunderte waren indirekt betroffen. Oder
als ein Kleinbus mit 13 Insassen verunglückte
und es viele Tote und Verletzte gab...

Bei einem Großeinsatz in
Thüle im Mai 2010 war ich einer von 9
Seelsorgern.

Wer?
Die Notfallseelsorge /
Krisenintervention setzt sich aus
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
evangelischen und katholischen Kirche, des
Rettungsdienstes sowie aus Psychologen,
Sozialarbeitern und weiteren Personen zusammen.
Die Mitarbeiter fühlen sich dabei, je ihrem
Gewissen verpflichtet, von der Liebe Gottes zu
den Menschen geleitet und dem Nächsten
gegenüber im humanitären Geiste verantwortlich.

Für wen?
Die Notfallseelsorge /
Krisenintervention ist ein Angebot für Menschen
in (akuten) Krisensituationen. Dieser Dienst ist
als Erste Hilfe rund um die Uhr erreichbar. Er
wendet sich an all diejenigen, die mit extremen
und belastenden Situationen konfrontiert sind.
Das Angebot richtet sich demnach sowohl an Opfer
als auch an Angehörige oder an Helfer. Die
MitarbeiterInnen wollen Partner zu sein für
Menschen in Not, für die sich in der akuten
Notfallsituation ´keiner zuständig´ fühlt.
Das Einsatzgebiet umfasst in drei Untergruppen
den ganzen Landkreis Cloppenburg.

Übung
"Krummes Gleis" - Bahnunfall
Die violette Weste kennzeichnet den Leitenden
Notfallseelsorger.
Foto: MT vom 20.09.2010

Wie?
Träger ist der Kreisverband
des Deutschen Roten Kreuzes Cloppenburg. Die
Ausrüstung (Notfallkoffer, Schutzkleidung,
Ausweise usw.) werden vom DRK bereitgestellt und
finanziert. Die SeelsorgerInnen treffen sich
regelmäßig zum Austausch und zur Supervision.
Die Einsatzleitstelle des Landkreises fordert den
Seelsorger an, wenn es Polizei oder
Rettungsdienst vor Ort für geboten halten.
Privatpersonen können diesen Dienst nicht direkt
anfordern.


Mehr wissen?
Wenn Sie neugierig geworden
sind, können Sie das ausführliche Konzept hier
nachlesen!

www.notfallseelsorge-cloppenburg.de
Mehr zur Notfallseelsorge allgemein über das
Portal
www.notfallseelsorge.de.
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